
Yoni-Steaming
Das Yoni Steaming bezeichnet eine traditionelle Praxis, bei der sich Frauen mit entkleidetem Unterleib über einen dampfenden Topf setzen oder hocken. Namen gibt es für diese Praxis viele (Unterleibsdampf, Dampfsitzbad, Vaginal/Yoni Steaming, Bähung, Bajo, Chai-Yok, Bakera, …). Anwendungen mit warmem Dampf oder Kräuterdampf im Unterleibsbereich finden sich in unterschiedlichen traditionellen Heil- und Gesundheitssystemen, unter anderem in Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa.
Die Yoni
Yoni stammt aus dem Sanskrit und bezeichnet die Gesamtheit der weiblichen Geschlechtsorgane auf körperlicher und spiritueller Ebene. Yoni bedeutet wörtlich “heiliger Durchgang” oder “Quelle”. In einer Welt und Zeit, in der die weiblichen Geschlechtsorgane sowohl auf verbaler als auch physischer Ebene viel Misshandlung, Beschämung und Objektifizierung erfahren haben, kann dieses Wort helfen, sich wieder an die Heiligkeit der Weiblichkeit zu erinnern. Dessen Verwendung stellt eine Gegenstimme zum heteronormativen und phallozentrischen Weltverständnis dar.

Yoni-Steaming in der Heilkunst
Beim Yoni-Steaming wird Wasser in einem Topf erhitzt und mit Kräutern versetzt. Die Frau setzt oder hockt sich mit entkleidetem Unterleib darüber. Dampf und Wärme berühren die Vulva und die umliegenden Strukturen. Der Wasserdampf macht die Anwendung zu einem warmen, entschleunigenden Ritual für den Intimbereich. Die verwendeten Kräuter werden dabei traditionell nach ihren jeweiligen Eigenschaften ausgewählt.
Das Yoni Steaming verbindet drei Bereiche der Naturheilkunde: Hydrotherapie, Phythotherapie und Aromatherapie.

Hydrotherapie
Therapeutische Anwendung von Wasser
Beim Yoni Steaming dient das Wasser unter anderem als Transportmedium von Wärme und Pflanzeninhaltsstoffen.

Phythotherapie
Therapeutische Anwendung von Heilpflanzen
Auf physischer Ebene lösen spezifische Pflanzeninhaltsstoffe, wenn sie eingenommen oder über die Haut aufgenommen werden, spezifische Prozesse in unserem Körpersystem aus. Auf energetischer Ebene interagieren wir bei jeder phytotherapeutischen Anwendung auch mit dem Wesen der Pflanze.

Aromatherapie
Teilbereich der Phytotherapie, bei dem ätherische Öle und Pflanzenwasser (Hydrolate) therapeutisch angewendet werden
Als phytotherapeutische Anwendung folgt die Aromatherapie den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie die Phytotherapie. In diesem Teilbereich liegt der Fokus auf den Eigenschaften der aromatischen Bestandteile der Pflanze.
Wie Düfte auf die Seele wirken
“Lange bevor es Augen und Ohren gab, kommunizierten die ersten Lebewesen im Meereswasser miteinander, indem sie chemische Botschaften aussandten und empfingen. Aus diesem Vorgang entwickelte sich der Geruchssinn, und aus den ersten wenigen urzeitlichen Riechzellen an einem Nervenstrang entwickelte sich im Laufe der Evolution das Gehirn” (aus: “Das große Buch der Pflanzenwässer" von Susanne Fischer-Rizzi)
Gerüche werden ungefiltert und direkt von den Sinneszellen der Nasenschleimhaut in die entwicklungsgeschichtlich ältesten Anteile unseres Gehirns geleitet: Das limbische System mit Amygdala und Hypothalamus. In diesen Gehirnbereichen liegt der Ursprung unserer Emotionen und sie sind an der Verarbeitung von Erfahrungen und Erinnerungen beteiligt. Unser System reagiert auf Düfte intuitiv, unmittelbar und unzensiert und ist nicht von rationalen Gedankengängen und Bewertungen eingeschränkt, welche in jüngeren Gehirnbereichen stattfinden. Düfte können daher vorbewusste (frühkindliche und anzestrale), verdrängte (traumatische) und vergessene Anteile berühren und uns mit diesen in Kontakt bringen.
Häufig gestellte Fragen

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